Demonstration gegen rassistische «Bürgerwehren» in Essen und Düsseldorf

Menschenmenge, sitzend. Plakat: «Gegen Nazis», rote Fahnen.
Sitz­blo­ckade gegen Nazis (2017)

Mildes
Urteil für Anführer der Bru­der­schaft

Düs­seldorf stellt sich quer! unter­stützt den Aufruf zur Demons­tration «Gegen Bür­ger­wehren in Essen-Steele und überall» am 19. Sep­tember um 17:30 Uhr am S‑Bahnhof Essen-Steele. Treff­punkt für Düs­seldorf ist um 16.40 Uhr vor dem Ufa-Palast am HBF.

Die ‹Steeler Jungs› in Essen und die ‹Bru­der­schaft Deutschland› in Düs­seldorf unter­stützen sich gegen­seitig. Regel­mäßig fahren Mit­glieder der Bru­der­schaft Deutschland nach Essen und betei­ligen sich an den Bür­ger­wehr­rund­gängen der ‹Steeler Jungs›. Auch in anderen Ruhr­ge­biets­städten haben sich in letzten Monaten ähn­liche Grup­pie­rungen aus Hoo­ligans, Rechts­ex­tremen und Rockern gegründet, um durch Stadt­viertel zu patrouil­lieren.

«Allein mit Sonn­tags­reden und Lip­pen­be­kennt­nissen wird man das Problem mit dieser Form der gewalt­af­finen Bür­ger­wehren nicht lösen. Wichtig ist es auch, vor Ort zu sein und zu zeigen, dass viele Men­schen unbe­ein­druckt von der rechten Gewalt sind und sich wei­terhin trauen, den Mund gegen ras­sis­tische Hetze auf­zu­machen», erklärt Oliver Ongaro, Sprecher von DSSQ. Die DKP begrüßt sein Enga­gement.

Erst jetzt wurde bekannt, dass Ralf Nieland, der Führer der Bru­der­schaft Deutschland, bereits im Februar ver­ur­teilt wurde, weil er auf einem Auf­marsch der Patrioten NRW mehrfach auf den Kopf eines Gegen­de­mons­tranten ein­ge­prügelt hatte. Die Staats­an­walt­schaft Düs­seldorf ver­hängte aber nur eine Geld­strafe von 2100 Euro. Damit ist Ralf Nieland noch nicht einmal vor­be­straft.

Dazu ergänzt Christian Jäger, Co-Sprecher von DSSQ: «Die Mit­glieder von ‹Bru­der­schaft› und ‹Jungs› ver­stehen sich als Stra­ßen­kämpfer für einen rechten Umsturz und so muss man sie auch behandeln. Nie­lands ‹Bru­der­schaft› hatte sich an diesem Tag zu Über­griffen ver­ab­redet. DSSQ kri­ti­siert das milde Urteil. Die Düs­sel­dorfer Justiz ist auf dem rechten Auge blind.»

Pres­se­mit­teilung vom Bündnis
«Düs­seldorf stellt sich quer»
Düs­seldorf, den 17.9.2019